Medizinisches Trauma: Behandlung in Hamburg

Überwältigung des Nervensystems

Mit der Schulmedizin steht uns ein System zur Verfügung, das immenses Heilungspotenzial besitzt - jede/r von uns hat es auf die eine oder andere Art schon erfahren.

 

Gleichzeitig besteht im medizinischen / klinischen System an vielen Punkten die Gefahr, dass Traumatisierungen aufgrund von Überwältigung des Nervensystems entstehen.


  • Läuft ein Klinikbetrieb in industriellen Rhythmen, fehlt dem Personal oft der Raum, empathisch mit den Patienten umzugehen. In einer von sich aus schon angespannten bis bedrohlichen Situation auch noch mit dem Gefühl konfrontiert zu werden, nicht gesehen zu sein, bedeutet großen Stress für den Patienten.

  • Selbst wenn wir wissen, dass z. B. ein chirurgischer Eingriff notwendig, vielleicht sogar lebensrettend ist, und uns bewusst dafür entscheiden, erlebt das Nervensystem einen bedrohlichen Angriff; denn die tiefen Schichten unseres Gehirns kennen keinen Unterschied zwischen einer Tigerkralle und einem Skalpell. Das Nervensystem reagiert trotz Narkose mit Verteidigungs- und / oder Fluchtimpulsen, die im Moment der OP selbstverständlich nicht zu Ende geführt werden können - sie verbleiben als Rückstand im System.

  • Betäubung und Narkose gehören zu den größten Geschenken der modernen Medizin. Und für das Nervensystem können daraus Probleme erwachsen:
    • Äthernarkosen (bis in die 60er Jahre gebräuchlich) sorgten aufgrund ihres strengen chemischen Geruchs für die gleichen Reaktionen wie auf eine Vergiftung.
    • Mittel wie z. B. Dormicum löschen die bewussten Erinnerungen an die Zeit unmittelbar vor und nach einer Operation. Das Unterbewusstsein jedoch erinnert sich und aktiviert die Reaktionsmuster von ‚Fight and Flight‘. Die Diskrepanz zwischen Spüren - 'Irgendetwas stimmt nicht.' - und nicht erinnern / nicht wissen kann zu massiven Beschwerden führen.
    • Geht ein Patient in Angst, Panik oder Verzweiflung in die Narkose, ist damit zu rechnen, dass er auch in diesem Zustand aufwacht. Hat keine Vorbereitung - z. B. ein Besuch des Aufwachraums, Anwesenheit einer vertrauten Person - stattgefunden, können diese Energien schwere Spuren im System hinterlassen.

  • Die wenigsten Ärzte sind geschult im Mitteilen schwerer Diagnosen. Oft wird der geschockte Patient zur Eile gedrängt - 'Jetzt muss alles ganz schnell gehen!'. Seine Autonomie und Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Therapiemöglichkeiten werden oft nicht angesprochen. Es bleibt das Gefühl von Lähmung, Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein.

  • Die Mundhöhle gehört zu unseren intimsten Räumen. Zahnmedizinische Eingriffe spielen sich im wahrsten Sinne des Wortes ‚besonders dicht am Lebensnerv‘ ab. Insbesondere Kindern ist die Notwendigkeit unangenehmer oder gar schmerzhafter Behandlungen oft nicht erklärbar. Die weit verbreitete Angst bis Phobie vor dem Zahnarzt beruht häufig auf frühen Erfahrungen von Ausgeliefertsein und Hilflosigkeit; nicht gehaltene Versprechen wie ‚Es wird nicht weh tun.‘ können Vertrauensbruch als weitere Schicht der Traumatisierung mit sich bringen.

  • In der Notfallmedizin besteht meistens nicht die Zeit, den Patienten aufzuklären, 'ins Boot zu holen'. Wieder gilt: Wir wissen, dass es nicht anders geht, tiefe Schichten des Nervensystems aber erleben auf der instinktiven Ebene existenzielle Bedrohung.

  • Viele der genannten Punkte können im Umfeld von Schwangerschaft und Geburt besonders massiv für Mutter und Kind werden. Weitere Informationen hier: Entwicklungstrauma


So vielfältig die Auslöser und die daraus resultierenden Symptome sein können, so differenziert fällt die Behandlung mit Somatic Experiencing® oder EMDR aus.

 

Wir folgen der Frage, was in der ursächlichen Situation gefehlt hat. War es Unterstützung, Orientierung, Respektieren von Grenzen, Wahrung der Autonomie, Schutz der körperlichen Integrität...? Diese sich in aktuellen Symptomen zeigenden losen Enden führen wir zum Ziel.

Die Energie im Nervensystem kann in ihrer Vollendung zur Ruhe finden, die Suche hat ein Ende.